Wie behalte ich meine Kunststücke im Kopf?

Ich habe ein Problem: Bei mir passiert es oft, dass ich zu viele Kunststücke gleichzeitig lerne, sodass ich entweder vergesse, wie sie gehen, oder aus Versehen Techniken und Forzajes von einem Trick in den anderen einbaue – ihr versteht sicher, was ich meine. Ich weiß, man sagt, man solle für den Anfang mindestens 4 oder 5 Kunststücke perfekt beherrschen, aber das erscheint mir einfach zu wenig, da man seinem Publikum ja nicht immer das gleiche zeigen will, wenn man mal etwas Neues präsentieren möchte.

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Carlos Diaz·

Sorgen wir mal für ein bisschen Diskussionsstoff...

Ich glaube nicht, dass man nur 5 Tricks lernen sollte. Wenn du ein paar Bücher liest, wie den CANUTO, die GEC oder irgendein Buch oder YouTube-Video, lernst du eine Menge Techniken und bekommst viele Effekte, Tricks und kleine Routinen gezeigt. Ich finde nicht, dass du das Buch weglegen solltest, sobald du bei fünf angekommen bist. Was du stattdessen tun solltest, ist einen Weg zu finden, wie du diese Kunststücke sinnvoll aneinanderreihen und dir später wieder ins Gedächtnis rufen kannst.

Mach dir kurze Notizen, um den Ablauf später schnell wieder aufzufrischen. Wie ich schon oft gesagt habe: Für den Einstieg sind Self-working-Tricks genial, die ohne schwierige Griffe auskommen, damit du dich erst einmal im Umgang mit dem Publikum wohlfühlen kannst. Danach kannst du dich Schritt für Schritt weiterentwickeln und deine Magie auf das nächste Level bringen.

In einem Newsletter erwähnte Eduardo Coffman mal, dass er auf die Rückseite eines Kartenspiels eine Liste der Effekte schrieb, die er damit vorführen konnte. So konnte er sich blitzschnell an die Tricks erinnern und sie direkt zeigen. Ich muss sagen, die Idee gefällt mir echt gut. Allerdings notiert man sich so nur den Namen des Kunststücks – man könnte aber natürlich noch eine kleine Gedankenstütze hinzufügen, um das Gedächtnis aufzufrischen.

@DeZeta hat sich Notizen gemacht, um den Überblick über seine Tricks zu behalten, und nutzt dafür einen Ablaufplan, bei dem er das Kunststück in einzelne Phasen zerlegt. Ein Riesenhaufen Arbeit, und ich schätze mich glücklich, einer der Ersten gewesen zu sein, die das lesen durften. Du musst es ja nicht gleich so extrem treiben, aber schnapp dir ein Notizbuch (ob digital oder aus Papier) und schreib dir auf, was du brauchst, um die Effekte, die dir gefallen, auch nach längerer Zeit noch parat zu haben. Sortiere sie am besten direkt mit Tags (Self-working, Si Stebbins, Päckchentricks... was auch immer für dich Sinn macht). So kannst du sie jederzeit kurz auffrischen (anstatt sie mühsam rekonstruieren zu müssen)...

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Willy Quintana-Lacaci·

Ich stimme absolut zu, man sollte die Anzahl der Kunststücke, die man draufhat, nicht einschränken, sondern fast eher im Gegenteil. So erweitert man seine Werkzeuge und ist am Ende kaum noch von der reinen Technik abhängig. Das versuche ich weiter unten noch genauer zu erklären.

Abgesehen natürlich davon, sich schematische Notizen zu machen und Effekte zu routinieren, wie @cdiaz es gesagt hat. So ähnlich wie die symbolische Methode, die Tamariz entwickelt hat.

Das ständige Weiterlernen führt irgendwann dazu, dass die Technik sozusagen aus dem Bewusstsein verschwindet. Darüber habe ich mich mal mit Gea unterhalten, als ich ihn nach einem Kunststück fragte, das er an zwei Stellen veröffentlicht hatte und bei dem er unterschiedliche Techniken für denselben Effekt nutzte. Genau das war die Idee: die Technik zu überwinden. Er weiß, was er braucht, und hat mehr als genug Werkzeuge parat, um es zu erreichen. So schlägt er in einem Moment den einen Weg ein, und beim nächsten Mal einen anderen. Das äußere Leben ist das gleiche, aber das innere kann er quasi aus dem Stegreif aufbauen – je nach Bedarf des Augenblicks oder der aktuellen Stimmung. Das gibt einem eine wahnsinnige Flexibilität.

Ein Paradebeispiel ist für mich die Ehrgeizige Karte: Wenn man viele Versionen gelesen und etliche Techniken gelernt hat, kann man eine Routine völlig on-the-fly machen, ohne sich an die von Vernon, Tamariz oder wem auch immer erinnern zu müssen. Genauso beim „Immer 3“ mit Münzen. In Geas letztem Buch gibt es eine geniale Routine, aus der ich mir bestimmte Griffe für den Tisch herausziehen kann. Aber wenn ich keinen Tisch habe, greife ich auf andere Ressourcen zurück und kreiere spontan ein „Immer 3“ aus dem Stegreif.

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Iván·

Hallo! Ich weiß nicht, ob es falsch ist, diesen alten Thread wieder hochzuholen. Falls ja, entschuldige ich mich dafür und werde versuchen, dass es nicht wieder vorkommt.

Mir geht das auch so, ich tue mir echt schwer damit, sie mir zu merken. Ich dachte immer, das liegt an meinem schlechten Gedächtnis, aber es beruhigt mich zu wissen, dass das normaler ist, als ich dachte...

Ich schreibe mir meistens Zusammenfassungen mit Stichworten in den Handy-Notizen, um sie wieder aufzufrischen. Ich wünschte, ich hätte ein besseres Gedächtnis und bräuchte das nicht...

Könntet ihr mir bitte den Link dazu schicken, falls es mir weiterhilft?

@cdiaz:

@DeZeta hat sich Notizen gemacht, um sich die Tricks zu merken, und nutzt dafür einen Ablaufplan, in dem er das Kunststück in seine einzelnen Phasen zerlegt.

Vielen Dank und magische Grüße!!!

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Ricardo·

Hallo

@alvarxs96:

ich habe ein Problem: Ich neige dazu, viel zu viele Routinen zu lernen.

Lösung: Lerne nicht so viele Tricks auf einmal.

@alvarxs96:

Ich weiß, es wird empfohlen, für den Anfang mindestens 4 oder 5 Kunststücke zu beherrschen.

Genau, das ist der richtige Weg. Aber ich würde nicht sagen „mindestens“, sondern maximal 5 (vor allem, wenn du noch nicht lange dabei bist). Lerne, diese 5 perfekt zu performen, und zeige sie 100 verschiedenen Personen. So kannst du deine Technik verfeinern und dich als Zauberkünstler weiterentwickeln.

@alvarxs96:

aber ich habe das Gefühl, das ist zu wenig.

Nein, das ist nicht zu wenig. 5 ist eine gute Anzahl für den Anfang.

@alvarxs96:

zum Beispiel möchte man dem Zuschauer ja auch mal einen neuen Trick zeigen und nicht immer denselben.

Das passiert dir nur, weil du immer vor denselben Leuten zauberst, oder vor einem kleinen Kreis aus Familie und engen Freunden. Wenn du aber 3 bis 5 Routinen wirklich beherrschst und sie immer wieder neuen Leuten zeigst, wirst du dieses Problem nicht haben.

Beste Grüße

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Ruben Carrera Perez·

Es bringt überhaupt nichts, 1001928281991 Tricks zu lernen.

Es ist besser, sich auf ein paar wenige zu konzentrieren und an Technik und Vortrag zu feilen. Versuch dann lieber nach und nach, einen Trick durch einen anderen zu ersetzen.

Ich gebe dir ein Beispiel aus meinem Bereich, der Musik: Jedes Mal, wenn ich auftrete, bereite ich kein komplett neues Repertoire vor. Wir haben ein absolut eingespieltes Set an Songs, das wir eine ganze Saison lang spielen. Wir schreiben ja auch nicht für jeden Auftritt 14 neue Songs, das würde überhaupt keinen Sinn ergeben.

Eine der größten Marotten und schlechten Angewohnheiten in der Zauberkunst als Anfänger ist es, jeden Trick und alle Griffe auf einmal lernen zu wollen – das ist definitiv der falsche Weg.

Wie schon im Canuto steht: Geh deiner Familie und deinen Freunden nicht ständig mit Zaubertricks auf die Nerven... Genau wie dir hier schon geraten wurde: Zeig diese Tricks lieber 100 verschiedenen Leuten.

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Mery·

Ich mache es immer so, dass ich die Technik lerne und mir selbst ein Erklärvideo dazu aufnehme. Wenn ich den Move dann vorführen muss und unsicher bin, werfe ich kurz einen Blick darauf. Außerdem habe ich eine WhatsApp-Gruppe, in der ich alleine bin; dort schicke ich mir die YouTube-Videos rein, die ich lernen möchte oder bereits gelernt habe, damit ich sie schneller finde, wenn ich sie brauche.

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Daniel·

Ich nutze Notizen, in denen ich kurz erkläre, wie der Trick ging. So wirfst du einfach einen schnellen Blick auf deine Aufzeichnungen und erinnerst dich wieder daran, wie der Trick funktioniert.

Man hat ja nicht immer 100 Leute um sich herum, um Tricks vorzuführen. Mein Umfeld ist zum Beispiel sehr überschaubar, und da ist es völlig normal, dass meine Familie mich bittet, einen Trick zu zeigen. Da will ich natürlich nicht ständig denselben vorführen – es wird also Zeit für Abwechslung.

Außerdem habe ich mir auf YouTube eine Playlist mit den gelernten Tricks erstellt, um sie immer mal wieder durchzugehen.

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Hallo Daniel, ich finde deine Idee richtig gut. Da ich erst 12 bin, vergesse ich manchmal ein paar Tricks, und das, was du sagst, kann mir echt helfen. Danke!

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