Sind Winkel wirklich entscheidend?

Kann man wirklich aus jedem Winkel zaubern?

Ich mache mir darüber schon seit ein paar Tagen Gedanken. Wenn ich zum Beispiel einen Double Lift mache und ein Zuschauer steht rechts von mir (ich bin Rechtshänder und halte das Deck in der linken Hand in der Mechanics Grip), während ich bereits ein Pinky Break gesetzt habe – dann bemerkt der Zuschauer, der direkt auf meine Hand schaut, um die „erste Karte“ zu sehen, oft das Break.

Daher frage ich mich: Ist es besser, die Zuschauer in kontrollierten Winkeln zu halten, oder sollte man lernen, Magie so vorzuführen, dass sie aus jedem Winkel funktioniert?

Hast du Tipps, wie man diese Winkel besser kontrolliert?

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Je nachdem, was du machst, geht es oder eben nicht.

Jeder Move hat seine (oder eben nicht) Winkel. 😊

@Jess:

Wenn ich einen Double Lift mache und ein Zuschauer rechts von mir steht (ich bin Rechtshänder und halte das Deck in der linken Hand im Mechanics Grip) und ich schon einen Pinky Break halte: Da der Zuschauer voll auf meine Hand starrt, um das Umdrehen der „ersten Karte“ zu sehen, kann er bemerken, dass ich da einen Break vorbereitet habe.

Alles klar, dann mach es in so einer Situation einfach gar nicht erst so.

Lern einfach, das Deck ganz normal zu halten und mach das Double erst direkt im Moment des Umdrehens.

Es gibt über 20 Möglichkeiten, das direkt im selben Moment zu machen, ohne dass du vorher einen Break brauchst.

Ich verstehe, dass das am Anfang die Methode ist, mit der man sich am sichersten fühlt, aber es ist nicht die beste. (genau wie den halben kleinen Finger für einen Break reinzuschieben)

Ich rate dir, einfach das „Gefühl“ zu üben und fertig.

Am Anfang klappt das noch nicht, aber mit etwas Geduld wirst du ganz einfach 1, 2 oder 3 Karten erfühlen und genau so viele umdrehen, wie du gerade brauchst.

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Willy Quintana-Lacaci·

Ach, die Winkel!

Das erinnert mich daran, als ich „Cartomagia Fácil“ von Florensa gelesen habe. Am Anfang gibt er einen kurzen Überblick über die Karten und erklärt, wie man sich beim Zaubern positioniert: das Publikum immer vor einem und etwas erhöht. Das habe ich mir gemerkt, aber dann habe ich Tamariz gesehen – er hat uns alle ganz dicht an sich herangesetzt. Komplett umringt, und er vollbrachte die reinsten Wunder. Das ist übrigens ein echtes Markenzeichen der Escuela Mágica de Madrid. Man sieht das bei Carroll (zum Beispiel bei seiner „Suit Apparition“) oder bei DaOrtiz (zum Beispiel in „Concordancia Numérica“ – da hält er einen Break unter 4 Karten).

Natürlich gibt es Effekte mit schlechten Winkeln, aber daran kann man arbeiten. Was meiner Meinung nach gar nicht geht, sind Kunststücke, die nur aus einem einzigen Winkel gut aussehen (für mich ist das ein reiner Kameratrick).

Schlechte Winkel lassen sich durch Abdecktechniken ausgleichen (die „defensiven Techniken“, wie Ascanio sagen würde). Und das reicht von Misdirection (benebelnde Fragen, entspannte Haltung, Zusammenschweißen von Bewegungen, gleitender Blick... man schaut also quasi hin, ohne hinzusehen, hehe) bis hin zu Timing und Konstruktion (schau dir mal den Trick von DaOrtiz an: Wenn er den Break hält, schaust du wegen der Konstruktion des Effekts überall hin, nur nicht aufs Deck).

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Nick Wayne ·

Hallo!

Um ehrlich zu sein: Magie hat meistens Winkelprobleme. Viele Salon- oder Bühnenzaubertricks haben tote Winkel, von denen aus man nicht zuschauen darf, da sonst das Geheimnis auffliegt.

Ein anderes Beispiel: In der Social-Media-Magie gibt es einige Effekte, die nur unter sehr kontrollierten Bedingungen und bei ganz bestimmten Winkeln funktionieren.

Das Gleiche gilt für die Kartenkunst. Meiner Meinung nach gibt es Winkel, die das Geheimnis verraten könnten. Aber genau da kommen wir Zauberkünstler ins Spiel: Wir müssen das Publikum so positionieren, dass sie nichts sehen, oder mit Misdirection arbeiten, damit sie nicht auf einen Pinky Break achten oder ihn vor den Zuschauern verbergen, die am ehesten einen Blick darauf erhaschen könnten.

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken und bin gespannt, ob andere Kollegen hier ihre Sichtweise dazu teilen.

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