Wie man Magie entwickelt

Ich wollte mal in die Runde fragen, ob mir jemand helfen kann, denn mir passiert es ständig, dass die Leute

die Tricks schon kennen.

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Cento (el ayudante)·

Was die meisten Leute mit Zauberei verbinden, ist, dass ein Magier eine Karte errät, eine Münze verschwinden lässt, eine Vorhersage trifft, die sich später erfüllt, oder einen Gegenstand von einem Ort zum anderen wandern lässt ... um mal die typischen Klassiker zu nennen.

Die eigentliche Herausforderung ist aber... wie willst du die Leute noch überraschen, wenn sie eh schon wissen: Sobald du ein Kartenspiel herausholst, willst du nur eine gewählte Karte erraten?

Was kannst du anders machen, damit aus dem Erwarteten das Unerwartete wird?

Du könntest sogar mit einer Prise Ironie einsteigen und beim Herausholen des Decks sagen...

„Ihr wisst ja: Wenn ein Zauberer ein Deck herausholt, dann nur, um eure gewählte Karte zu erraten, oder? Aber diesmal machen wir das ganz anders...“

Und du errätst sie mit dem Zauberspiegel oder mit dem WOW 3.0... zum Beispiel.

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Willy Quintana-Lacaci·

Hallo, das Thema Kreativität ist ziemlich komplex.

Zunächst einmal gibt es extrem kreative Köpfe und andere, die es weniger sind. Aber wann immer ich mich mit sehr kreativen Zauberern über dieses Thema unterhalte, ist ihr erster Rat: viel Zauberliteratur lesen und sich viel Zauberei anschauen.

Erstens, weil das Wissen darüber, was andere machen, unsere eigene Vorstellungskraft anregt und uns zeigt, was alles möglich ist. Und zweitens, weil wir mit mehr Techniken im Repertoire unsere eigenen Ideen überhaupt erst umsetzen können (außerdem hilft uns das Wissen über verschiedene Techniken dabei, neue zu entwickeln).

Außerdem sollte man Belletristik lesen, die Werke von Malern und Illustratoren genießen, Filme schauen... Viele Zauberer haben sich von Leuten wie Borges oder Magritte, Tamariz oder Gea inspirieren lassen. Eines Tages küsst dich die Muse vielleicht beim Filmschauen, aber man muss eben offen dafür sein, dass die Idee einen überhaupt findet.

Mich persönlich haben zum Beispiel die wöchentlichen Challenges motiviert, die Luis Olmedo auf seinem Twitch-Kanal gestellt hat. Er schlug zum Beispiel vor, für die nächste Woche einen Matrix-Effekt oder einen 4x4-Wechsel zu präsentieren. Der konnte zwar von einem anderen Autor sein, aber ich habe das als kreative Herausforderung gesehen und wollte einen eigenen Effekt kreieren. Das hat mir extrem geholfen, und dabei sind einige meiner absoluten Lieblingseffekte entstanden, die mir heute am meisten am Herzen liegen.

Und schließlich hängt es auch stark davon ab, was wir als Zauberkünstler eigentlich wollen. Wenn wir das innere Bedürfnis haben, etwas zu kreieren, dann tun wir das letztendlich auch – und sei es nur aus purer Entschlossenheit. Wie Picasso schon sagte: Die Inspiration muss dich bei der Arbeit finden.

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Dario tellez calzada·

Vielen Dank für deine Hilfe

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Hi!

Erstmal vorweg (und das ist nur meine persönliche Sichtweise, keine Belehrung oder so, sondern einfach meine eigene Meinung): Es ist eine Sache, Tricks zu zeigen und eine ganz andere, Magie zu machen. 🤫

Es geht darum, wie du das Ganze verkaufst. 😅

Ich präsentiere "Tricks" vor allem Familie und engen Freunden.

Oft, um sie zu üben, und in den allermeisten Fällen löse ich den Trick danach direkt auf.

So „cool“ (Ironie) bin ich für mein ganzes Umfeld: der Trickzerstörer. 🤣

Das liegt aber daran, dass es fast unmöglich ist, Leuten etwas vorzuzaubern, die dich schon von vor deiner Zeit als Magier kennen (oder zumindest geht mir das so) und ich die Messlatte direkt super tief hänge, indem ich ihnen sage, dass ich ihnen nur einen Trick zeige, das keine echte Magie ist und ich ihnen danach erkläre, wie es geht. 😈

Dadurch nehme ich ihnen komplett den Drang, "mich unbedingt zu entlarven oder mir den Trick zu versauen" und kann viel entspannter üben, weil sie bis zum Schluss locker bleiben und dann trotzdem echt überrascht sind.

Ich habe auch gemerkt, dass ich der großen Mehrheit (meiner Mutter, meinem Bruder, meiner Tochter und vielen Freunden) nach einer Woche denselben „Trick“ noch mal zeigen kann und sie wieder völlig überrascht sind – im Ernst, oft erinnern sie sich nicht mal mehr an die Auflösung.

Echte "Magie" zeige ich Leuten, die wenig oder gar nichts über mich wissen.

Da fällt es mir viel leichter, in die Rolle des Magiers zu schlüpfen.

Ich erwähne das nur für den Fall, dass dein Problem darin liegt, dass du dieselben Tricks vor denselben Leuten zeigst, die dich auch noch gut kennen.

Es ist ja klar, dass es zum Beispiel Selbstmord ist, einer Person 20-mal hintereinander einen Double Lift zu zeigen. Wir müssen für dasselbe Ziel immer verschiedene Techniken abwechseln, um das Geheimnis gut zu verbergen.


Aber zurück zum Thema.

Deine Frage war ja: Wie erfindet man Magie?

Tja, das ist das große Dilemma für uns alle.

Du kannst bereits bekannte Kunststücke nehmen und sie zu einer logischen Routine mit einer Story verbinden.

Oder du erfindest deine eigenen Kunststücke auf Basis von Techniken, die du schon beherrschst.

Wie dem auch sei: Entweder du kopierst oder du wirst selbst kreativ.

(Falls du es nicht ohnehin schon tust, empfehle ich dir, deine Kunststücke nach Effekttypen zu sortieren, damit es dir leichter fällt, Routinen zusammenzustellen.)

Wenn du dich darauf beziehst, Tricks mit Gimmicks oder Vorrichtungen zu entwickeln, ich glaube, dazu wird direkt hier bald ein Kurs veröffentlicht.

Eines kann ich dir sagen: Je mehr Gimmicks du kennst, desto kreativer wird dein Kopf und desto leichter fällt es dir, deine eigenen Gimmicks zu entwickeln.

Ich weiß nicht, ob dir meine Antwort irgendwie geholfen hat. Sie ist eher als Orientierung gedacht, da deine Frage sehr allgemein gehalten ist. 😊

Ich könnte darüber stunden- und tagelang reden, aber ohne konkretere Anhaltspunkte ist das schwierig.

Wenn du aber eine konkretere Frage hast, frag einfach.

Viele Grüße!

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Dario tellez calzada·

Vielen Dank 😀😀 Zeta, das hat mir echt weitergeholfen, was du mir da geschrieben hast.

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